Gäste im Braustadel Rammingen

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MARK_N_SIMON


So sieht britischer Humor auf musikalische Weise im Unterallgäu aus: Mark und Simon präsentierten bei ihrem Auftritt in Rammingen eine schräge Show. Auf der Bühne des Ramminger Braustadels hat schon manch eine überregionale Größe der Kleinkunst- und Kabarett-Szene ein begeistertes Publikum gefunden. Am Samstag aber wurden Grenzen überschritten, das Programm war „international“ – man beachte die Aussprache – oder doch zumindest „European“. Denn mit dem Comedy-Duo Mark ‘n’ Simon erlebte der abgelegene Stadel die wohl erste Invasion von den Britischen Inseln.

Und wer den Humor der Angelsachsen kennt und versteht, der weiß, dass er ebenso gnadenlos wie umwerfend ist und jede ernsthafte Gegenwehr damit aussichtslos ist. Fortgeschrittene Sprachkenntnisse waren nicht erforderlich, „Dschinglish“ war der gemeinsame Kommunikationsnenner, und er funktionierte bestens. Mark ‘n’ Simon lieben die überzeichneten, überdrehten Gags und das Plakative im Stil des Privatfernsehens, nur um Klassen besser, weil ersteres sich selbst auf die Schippe nimmt.

Es begann mit „Simon & Gar...misch Partenkirchen“ und einem Lied für Berlusconi „Girls, Girls, Girls“, gefolgt von Shaggy „It wasn’t me“. Natürlich fehlten auch stilechte Zitate des deutschen Poptitanen nicht: „Weißt du, was der Unterschied zwischen deinem Gesang und einem Eimer Sch.. ist? Der Eimer.“ Nach dem Muster beliebter Mitmach-Shows forderten Mark und Simon das Publikum zum Background-Singen auf. Damit das mit den sinnreichen Texten auch klappte, hielten sie entsprechende Tafeln oder etwa eine überdimensionierte Schachtel mit der Aufschrift „Uhu“ hoch.

Auch Beifall auf ein vereinbartes Zeichen war angesagt. Wer vergaß zu klatschen, hätte mit den beiden auf der Bühne tanzen müssen. Dazu kam es nicht. Unnachahmlich und mit Worten kaum zu beschreiben sind unter anderem die Parodien von Popstars wie Ozzy Osbourne und Joe Cocker mit der unvermeidlichen Whisky-Flasche sowie den Stones-Frontmännern Keith Richard und Mick Jagger. Schon das supercoole Zigarette-Rauchen von Keith ist als beinahe akrobatische Nummer ein Highlight für sich.

Einen neuen Bürgermeister für Rammingen gefordert
Lachsalven des Publikums begleiteten den zweieinhalbstündigen Auftritt, so dass das Publikum die beiden gar nicht gehen lassen wollte. Organisator Tscharlie Hemmer „entschärfte“ die Situation, indem er Mark und Simon mit hausgebrautem Bier das Versprechen zum Wiederkommen abrang. Die beiden plädierten im Gegenzug dafür, Tscharlie zum Bürgermeister von Rammingen zu ernennen, auf gut Dschinglish also zum „King der Bürger“ oder neudeutsch gesprochen zum „Burgerking“.

Bericht: Mindelheimer Zeitung H. Stegen
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Erstellt am 23.2.2012